Italiener essen die Hauptmahlzeit meist am Abend: und sie ist immer mehrgängig. "Pasta" - alle Arten von Nudeln - sind dabei die zweite Vorspeise, nicht das Hauptgericht. Entsprechend umfangreich sind die Speisekarten venezianischer Restaurants. In Venedig hat man sich auf die Touristenwünsche eingestellt, und bietet vor allem zu Mittag Nudelgerichte als Hauptgericht an - das dann entsprechend teuer und mit unzufriedener Miene serviert.
Eher zu empfehlen sind da die Menüs "Menu turistico" zum Fixpreis, meist zwei- oder dreigängig, die es um diesen Preis allerdings nur zu Mittag gibt. Wer am Abend wirklich gut essen will, wählt am besten ein Lokal, in dem es keine Pizza gibt. Für Venezianer ist das nämlich ein Qualitätszeichen. In gehobenen Restaurants gibt es auch Abendmenüs zum Fixpreis. Die Preise sind mit Paris, London oder Stockholm zu vergleichen. Und für Venedig gilt wie für alle interessanten Stadtzentren: Die Mietkosten sind enorm hoch und schlagen sich je nach Lage mehr oder weniger schmerzlich im Preis nieder.
Die venezianische Küche wird durch die Nähe zum Meer bestimmt. Viele Fischgerichte (z.B. Spaghetti al nero di seppia, mit schwarzer Tintenfischsosse, auch Risotto (Reisgericht). Da die Lagune südlich von Marghera stark mit Dioxin und Schwermetallen belastet ist, ist von den örtlichen Muscheln eher abzuraten.
Eine Spezialität, die vielerorts angeboten wird, ist "Fegato alla Veneziana con Polenta", Leber auf venezianisch mit Polenta. Wenn man nur schnell eine Kleinigkeit (Spaghetti al Sugo o. ä.) essen will und sich das Gedeck ersparen will und wenig Zeit fürs Essen opfern will, kann man das Selbstbedienungsrestaurant "Brek" links in der Lista di Spagna, nahe dem Bahnhof in Richtung Campo S. Geremia, aufsuchen.
Die Preise sind günstig und es geht im Regelfall wirklich schnell. In vielen Bars kann man Tramezzini (belegte Weissbrotschnitten) kaufen. Üblicherweise werden obligatorisch 1 - 2,50 € pro Person für das Gedeck (coperto) sowie 10 - 15 % des Rechnungsbetrages als Gebühr für den Service erhoben.
Außerdem gibt es zahlreiche Selbstbedienungsrestaurants und Schnellimbißstuben aller Größen auf der ganzen Insel. Man hört und liest häufig das Vorurteil, "generell gilt leider: was die Küche betrifft, ist Venedig eine Servicewüste", und begründet es so "Da sich die meisten Touristen kaum mehr als einen halben Tag in Venedig aufhalten, machen sich auch die Köche wenig Gedanken darüber, ob die Gäste wiederkommen."


